Kunst mir das bitte erklären?

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Zu Besuch bei der 57. Biennale in Venedig

 

Jede Pore oder besser: Jede Gasse strömt über vor Kunst. Biennale-Zeit in Venedig ist auch die Zeit, in der sich hinter jeder kleinen Ecke irgendeine Skulptur, Installation oder Kunstzeugs versteckt. Kunstzeugs halt, so wie man sich die stereotypen Bilder von Kunstzeugs vor seinem imaginären Auge vorstellt. Neben dem ganz normalen Touristen-Wahnsinn in Venedig, wird der Stadt am Canal Grande alle zwei Jahre - von hipster Kunstgeschichtestudentinnen, ihren, mit den teuren Leica Kameras bewaffneten Professoren und dem Rest der globalen Kunst und Kultur Communitiy - ein Besuch abgestattet. Hie und da wird der „Art-Pulg“ mit den Reichen und Schönen garniert. Also die richtig, richtig, richtig Reichen. Nicht die Möchtegern Reichen, die nach Venedig kommen, um eine Louis Vuitton Tasche um 20.000€ zu kaufen. Nein, ich meine jene Reichen Reichen Reichen, welche nicht Kunst „schauen“ kommen, sondern Kunst kaufen kommen und dann gleich die halbe Einrichtung des japanischen Pavillons aufkaufen und mit dem Erworbenen ihr Badinterior zuhause mit Art aufpimpen.

Am Markusplatz wünscht man sich zum ersten Mal im Leben eine Sardine zu sein: Die dürfen wenigstens nebeneinander liegen und müssen nicht kreuz über im Chaos das Weite suchen…

An meinem Wochenende war das zum Beispiel die Familie Jobs. Ja genau, die Famile von Steve Jobs, die gleich mit einem Riesendampfer angereist ist, so dass der halbe Markusplatz plötzlich im Schatten war. Aber gut: Dort hat man Schatten bitter nötig. Ich wollte ihn auf jeden Fall umgehen. Keine Chance. Egal, wo man hin will, alle Schilder führen zur Rialtobrücke oder zum Markusplatz. Apropos Rialtobrücke: Wie überall, wo es was Tolles zum Fotografieren gibt: Man kehrt dem Schönem den Rücken zu … für ein Selfie. Leider verpasst man durch diese selbstbezogene 180˚ Grad Wende den Augenblick des Blicks. Am Markusplatz wünscht man sich zum ersten Mal im Leben eine Sardine zu sein: Die dürfen wenigstens nebeneinander liegen und müssen nicht kreuz über im Chaos das Weite suchen… Aber so schlimm ist es nicht. Je weiter man sich vom Epizentrum des Disneylands für Erwachsene entfernt, desto dünner wird die Luft und man bekommt wieder Platz zum Atmen. Und siehe da, nach drei Brücken, Richtung Arsenale lichtet sich das Feld erstaunlich schnell. Doch nicht so viele Kunstbegeisterte in Vendig?

 

Ich starte zuerst mit den Pavillons und versuche meiner Strategie, die ich mir im Nachtbus in der Nacht zuvor ausgecheckt habe, zu folgen: 48 Stunden. 1. Tag: Alle Pavillons 2. Tag: Arsenale. Zwischendurch: Literweise Espressi und Zigaretten, damit ich aufnahmefähig bleibe für das Zwischenprogramm, welches aus den restlichen Veranstaltungen und Museen zur Biennale bestand. Kunst Overkill? Kunst mich mal, dachte ich mir und nahm mir vor, alles gut und gründlich zu lesen, zu vestehen und überhaupt die gesamte Kunst zu absorbieren. Was mit dem Programmtext zum Thema „Viva Arte Viva“ der heurigen Biennale noch funktonierte, nach drei, vier Pavillions klappte es nur mehr punktuell. Ich bemerkte, dass viel viel viel Kunst, sehr sehr sehr müde machen kann.

Wobei das Schwarz ab und zu in ein Rot getaucht wird, das von der Sonne gemacht wird, deren Strahlen sich durch die dichten Äste der Bäume winden.

Kämpfen lautet die Devise: Noch mehr Cafés, noch mehr Zigaretten. Der Pavillion von Russland muss noch gehen. Und der von Norwegen, Schweiz, Braslien, Südkorea auch. Nope! Geht nicht. Geht gar nicht. So überhaupt nicht. Sondern man macht es der Mehrheit im Park gleich, legt sich ins Gras und schläft eine Stunde. Dolce far Niente im künstlerischen Sinne. Man lässt das Gesehene vor dem geistigen Auge Revue passieren … was könnte die Künslterin mit der Installation gemeint haben? Stimmt nicht. Nichts von alldem: Man schläft einfach und ist maßlos von der Reizüberflutung überfordert und dankbar für das Schwarz der geschlossenen Lider. Wobei das Schwarz ab und zu in ein Rot getaucht wird, das von der Sonne gemacht wird, deren Strahlen sich durch die dichten Äste der Bäume winden.

Weiter geht´s mit Heimatverbundenheit und dem Österreichpavillion. Gehört hat man viel von Wurm und Kowanz. Wurm - in Österreich allgegenwärtig - schafft es mit seinem Schmäh „des Mitmachmuseums“ die japanischen Kunstliebhaber zu überzeugen. Und tatsächlich: Es ist lustig wenn man seine Hand in ein Waschbecken oder seinen Kopf in ein Klo steckt (vom Ersteren gibt´s ein Foto). Und der aufgestellte LKW ist der Eyecatcher der Biennale. Konwanz’ Lichtinstallationen haben mich am Ende dann doch mehr begeistert. Weil sie subtiler und irgendwie … irgendwie … ach das Wort passt immer … irgendwie artsyger waren.

Nach weiteren Pavillons endlich das Highlight des Tages für meine Aufnahmefähigkeit: Sie sperren zu und entlassen mein - mit Kunstgerammel vollgestopftes - Hirn in den verdienten Feierabend, der mit viel Vino Rosso und seichten Gesprächen über Commissario Brunetti in irgendeiner Seitengasse langsam zu Ende geht. Ausgleich muss sein.

Alles wird sich wahrscheinlich nicht ganz ausgehen. Mein Geist gibt WO mein Körper sagt dazu OK.

Ein neuer Tag. Eine neue Chance meine Beziehung zur Kunst zu intensivieren. Ich geh ins Arsenale. Ein Arsenal an Kunst auf einer Fäche von knapp 20.000 m. Meine morgendliche Euphorie wird nicht enttäuscht. Bei der Hauptausstellung schlendere ich durch kreative Welten. Angefangen von Lee Mingwei, der mit seinem Mending Project zeigt, wo unsere Shirts gemacht werden, über den italienischen Beitrag von Roberto Cuoghi und seinem Projekt „Imitatio Christi“, wo er den gekreuzigten Jesus hundert Mal verwesen lässt (mein Theologen Herz beginnt zu schlagen, oder doch der viele Café?) bis zu meinem persönlichen Highlight vom Künstler Shimabuku und seinem Projekt „Sharpening a MacBook Air“, bei dem er aus einem Laptop eine Axt macht. How genius! Doch bereits zu Mittag merke ich: Alles wird sich wahrscheinlich nicht ganz ausgehen. Und so kommt es dann auch nach einiger Zeit. Mein Geist gibt WO mein Körper sagt dazu OK und so wird wie am Tag zuvor das gesamte Sideprogramm gestrichen (V.a. die Ausstellung von Damien Hirst „Treasures from the Wreck of the Unbelievable“ bleibt leider unentdeckt).

Enttäuschung? Keinesfalls. Für Kunstiebhaber, egal, ob man sich jetzt mehr der Kunst oder der Liebhaberei zugewandt fühlt, ist die Biennale Erleuchtung pur auch wenn nach langen eingängigen Studien einzelner Kunstobjekte manchmal die Frage offen bleibt: „Kunst mir das bitte erklären?“

Viva Arte Viva.

PS: „Nur“ für die Biennale nach Venedig zu fahren und alles Andere knallhart links liegen zu lassen, macht voll Sinn. Deluxe Variante: Natürlich kann man diese Art eines „Art-Weekends“ mehrmals im Laufe des Jahres wiederholen. Eines weiß ich: Eine Biennale lässt sich so oder so nicht „fertig“ schauen.

 

 

Meine 10 Lieblingsalben 2016

Meine 10 Lieblingsalben 2016

Ich weiß, das Format „Album“ hat ausgedient. Heute geht es um Singles, um Shuffle Modus und um gestreamte Playlisten. Und doch: Das Album ist wie eine Konstante, das sich im Popunsiversum hartnäckig hält.  Für den Künstler ist es nach wie vor DIE musikalische Visitenkarte das sein Schaffen abbildet.

Hier sei hinzugefügt, dass diese Liste meine Favoriten abbildet. Jene Alben, welche bei mir 2016 am Häufigsten am Plattenteller lagen, welche ich aber auch innovativ, kreativ und inspirierend fand. Wie immer: Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

1.    Bon Iver - 22, A Million

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Was für ein Album. Was für ein Künstler. Was für eine Musik. Als ich das Album das erste Mal hörte, dachte ich mir: „Ja so muss Musik anno 2016“.

Justin Vernons aus Eaux Claires kommt eigentlich vom Folk bzw. aus der Singer/Songwriter Ecke. In „22, A Million“ kommen aber noch Elektrobums, Saxofon Flächen und ganz, ganz viel Autotune dazu. Ja genau: Jener „Cher-Effekt“ den man mittlerweile in fast jedem R&B und Dance Song hört. Das total abgedrehte an dem Album ist: Die Mischung stört nicht. Im Gegenteil: Er verbindet was anscheinend nicht zusammen passt und schafft so neue Klangwelten denen man sich nur schwer entziehen kann. Große Melodien und gewagte Arrangements fügen sich hier zu einem neuem Ganzen. Eine Bereicherung. Läuft auf heavy Rotation bei mir.

2. David Bowie - Blackstar

Ich liebe David Bowie. Sein letztes Wien Konzert 2003, war eine Offenbarung für mich. David Bowie folgt keinen Trends, er macht sie, das wurde mir schnell klar.

Blackstar wurde zu Bowies Vermächtnis nachdem er zwei Tage nach der Veröffentlichung starb. Verstörende Arrangements, irritierende Instrumentierungen und symbolträchtige Lyrics machen dieses Album selbst zum einem Symbol. Musikalisch wird Bowie vom Saxofonisten Donny McCaslin und seiner Band getragen. Sein elegisches Spiel kombiniert mit verschachtelten Rhythmen, den Synthflächen von Langzeit Produzent Tony Visconti und Bowies fragilen Gesang ergeben im Gesamten eine Musik, die im Sinne des Wortes transzendent ist. Natürlich hört man das Album durch den Tod anders. Jede Note bekommt eine andere Botschaft, jeder Zeile wird anders interpretiert. Die Frage bleibt: „Hat Bowie auch diese Tatsache in sein Schaffen mit einkalkuliert?

3. James Blake - The Colour in Anything

James Blake ist ein Genie. Getragen von Pianoakkorden, Synthesizer Flächen, Subbässen und aufgeschichteten Gesang erschafft Blake mit seiner Musik Klangwelten, die einem jedes Mal auf Neue überraschen. Egal wie man seine Musik hört, ob man sie zerlegt, sie nebenbei beim Spazieren oder einfach mit geschlossenen Augen. Sie macht immer Sinn. Sie hat Bedeutung.

Electrosoul Künstler gibt es mittlerweile viele. Trotzdem: James Blake bleibt das Original. Mit seinen Songs schafft er die Verbindung zwischen klassischem Popsongwriting und frischen unverbrauchten Klangspektren. Genial!

4. Michael Kiwanuka - Love & Hate

Home Again das Debüt von Michael Kiwanuka war meine Scheibe 2012. Ich verliebte mich sofort in diese samtige weiche “schwarze“ Stimme. Und 2016? Ich schaue die Serie „Get down“ auf Netflix in der es um die Anfänge des Hip-Hop geht. Beim Abspann singt eine Stimme, so eindringlich und berührend. „I´m Black man in a White World“. MalcolmX tanzt im Grab. Da war sie wieder. Diese Stimme. Dieses unvergessliche Timbre.

Love & Hate ist Analog. Man hört 60s Drums, klassische Backgroundgirls, alles live. Raffiniertes Sounddesign gepaart mit ausgeklügelten Arrangements. Man könnte meinen Retro. Das Ganze klingt aber so authentisch und echt, das hier kein nostalgischer Trend verfolgt wird sondern der Musik dieser Zeit mit tollen Sound die Ehre erwiesen wird. You can´t take me down.

5. Radiohead - A Moon Shaped Pool

Begonnen hat alles mit Daydreaming und dem dazugehörigen Video. Das Vorspiel bei bei Radiohead wie immer. Lange nichts, dann Gerüchte, dann wieder nichts und plötzlich sind sie da. Irgendwie sind Radiohead immer da. Im CD Regal, im Kopf, in der Vergangenheit und vor allem in der Zukunft. Dabei ist das Material quasi Ausschussware der letzten Dekaden. What?

Wie immer man das interpretieren möchte, ob es Songs waren, die nicht ins Konzept passten - und von dem gibt es bei Radiohead immer viel - oder einfach Songs , die es klassisch nicht auf die Platte schafften. Egal. Radioheads sogenannte B-Sides haben Durchschlagskraft. Diese Dreiklangs Zerlegungen, Yorkes Klagegesang und die unglaublichen Klangbilder machen dieses Album zu einem weiteren Höhepunkt in ihrer Laufbahn.

Mann kennt dieses Rezept von den letzten beiden Alben. Doch halt! Erkennt man in den Songs auf „A Moon Shaped Pool“ eine klassische Songstruktur? Man könnte meinen so etwas ähnliches wie einen Refrain zu hören. Hier schließt sich der Kreis zu ihrem 97er Jahrhundertalbum „OK Computer“  mit dem die Dekonstruktion des klassischen Songs eigentlich schon begann.

Wenn Radiohead bei diesem Album ihre experimentelle musikalischen Ausflüge mit ihren alten Tugenden wie Bandsongwriting verbinden dann ist das eine auditive Quadratur des Kreises. Hörsam!

6. Leonhard Cohen - You want it Darker

Ähnlich wie David Bowie hat Leonard Cohen mit „You want it darker“ ein Album geschaffen, dass ein großes Fenster darstellt, durch das man mit den Augen des Künstlers über den Fluss des Lebens blicken kann. Choräle, das Mantra artige „Hineni, hineni“ und das gehauchte „I am ready my Lord“. Geht´s noch dunkler?

Wie tief kann man in eine Seele blicken? Es ist der Blick in diese unergründlichen Weiten von dem man auf Grund seiner Schönheit bei gleichzeitigem Erschaudern der Wahrheit nicht wegkommt. Das ist da Eine. Bei Leonard Cohens Song kommt aber noch ein Zweites hinzu. Dieser Blick ist ein Schatz den nur die Wenigsten mit jener Sensibilität und Ernsthaftigkeit zu heben vermögen. Cohen ist darin Meister. Sei es inhaltlich, indem er mit seinen Lyrics hochreligiöse Bilder entwirft oder formell mit seinem Minimalismus, der für sich schon wieder eine eigene Kunstform darstellt. Er ist wie Dylan. Begibt man sich als Liedermacher auf die Reise nach den Anfängen, man gelangt immer wieder zu ihm zurück.

7. Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree

Ist es meine Todessehnsucht, mein Hang zur Melancholie oder war 2016 einfach ein Jahr indem große Künstler das Thema Tod mit einem Album therapeutisch verarbeitet haben. Schwer zu sagen.

Wie bei Bowie und Cohen geht es bei Cave bei aller Schwermut und Schwärze immer auch um Erlösung und Vergebung: Von der Vergangenheit, von der Schwere des Lebens, vom Schicksalsschlag - wie dem Tod von Caves Sohn. Dieses traurige Ereignis steht am Anfang und am Ende des Albums „Skeleton Tree“.

Nick Cave der Meister des Haderns läuft hier zur Höchstform auf. Er gibt seiner Wortlosigkeit mit diesen Liedern einen sprachlichen Rahmen, in der sie sich entfalten kann und Kontur bekommt. Der Unterschied zu früheren Alben ist das musikalisch wie textlich vieles offen bliebt. Klavierakkorde verhallen im Nirgendwo, Synthklänge tauchen auf, verschwinden wieder. Alles fließt, durch die Erkenntnis der Vergänglichkeit. Gedanken werden mit Sprachbilder angerissen, aber auch nicht mehr. Viel Raum wird dem Zuhörer gelassen, der mit seinen Gedanken alleine bleibt. Das ist die Stärke des Albums: Wenn die letzte Musik verhallt, beginnt im Kopf des Zuhörers der Epilog. Das Nachklingen, das Nachsinnieren. Top!

8. Anohni - Hopelessness

Anohni formerly known as Antony hat mit 40 beschlossen sein Leben als Frau weiter zu führen. Punkt.

Weil ich diese Künstlerin schon seit über 15 Jahren verfolge, war mir bewusst, welche Wucht das Album werden würde. Und das ist es. Musikalisch hat sie sich von seinem packenden und herzerwärmenden Kammermusikpop Sound verabschiedet. Stattdessen klirrt und zischt es wie in Kubricks 2001. Futuristisch, nach vorne gerichtet aber gleichzeitig auch mit Reminiszenzen Richtung Kraftwerk und 80er. Inhaltlich ist es das politischste Album des Jahres. Man könnte meinen, Songs über Klimaerwärmung ist 2016 genauso altbacken, wie Leo DiCaprios Klimaerwärmumgs Doku. Trotzdem: Beides ist unerlässlich in Zeiten wie diesen. Ein Wort reicht für diese Stimme: Gnade.

9. The Weeknd - Starboy

Als ich The Weeknd feat. Daft Punk las, traute ich meinen Augen nicht. Die Stimme von „Can´t feel my face“ einen DER Songs 2015 mit den Sounddüftlern aus Frankreich? Jackpot! Und die ersten Singles ließen großes Erahnen. Popmusik, bei der man Pop wieder groß schreibt. Beatlastig, R&B getränkt und mit einer Brise Autotune. So geht Popmusik anno 2016. Bruno, hast du das gehört? Leider kann das Album das Niveau der Singles nicht ganz halten. Innovative Arrangements? Check! Geile Soundideen? Check! Jahrhundertwurf? Nope.

10. Kate Tempest - Let Them Eat Chaos

Ein Hip-Hop Album macht die Liste komplett. Hip-Hop ja, aber was für einer? Man kennt diesen trockenen englischen Style von The Streets. Aber die Koordinatenpunkte Katie Tempest, das Jahr 2016 und diese Ereignisse stellen dieses Album noch einmal auf eine andere Stufe. Wer hat schon den Brexit Monate vorhergesagt? Katie war´s.

„When we gonna see that life is happening?“ fragt sie den Hörer. Leben oder Überleben das ist hier die Frage. Ein Album zwischen Untergangsstimmung bei gleichzeitigem Aufbäumen gegen diese. Gerade diese Ambivalenz macht dieses Album so zeitgeistig. Die Antwort kommt am Schluss „And I’m screaming at my loved ones to wake up and love more/I’m pleading with my loved ones to wake up and love more.“

Genau. Liebe. Liebe ist immer eine gute Antwort.

 

Musik kratzt immer.

Auf Promotour für "TANZ"

Es ist ein komischer Tag, dieser Release Tag. Jener Tag, an dem dein Song mit einem Schlag auf allen Portalen zum Download bereitsteht. Plötzlich kann die Welt dein Lied hören und hat Zugang zu deinem „Baby“ an dem du solange gearbeitet hast. Und dann - BAMM - ist es draußen.

 
 

Klar. Diesem Baby möchte man einen großen Empfang bereiten. Über so lange Zeit ist man schwanger mit ihm herumgegangen. Pauken und Trompeten sind startbereit für die Welcome Party. Man kann ihn kaum erwarten, den großen Paukenschlag…

Doch er kommt nicht.

Also, nicht so wie man sich das immer vorgestellt hat. Klar ist es toll, seinen Song und sein Video endlich „los“ zu werden und es mit der Welt zu teilen. Aber kratzt das jemanden? Also, wenn die Menschen nicht zur Musik kommen, kommt die Musik zu den Menschen, dachte ich mir…

Hier kommt die Promotion ins Spiel. Internet ist toll. Internet ist super. Aber, es nicht alles. Da draussen gibt´s noch mehr. Echte Personen zum Beispiel. Also nahm ich mir die Zeit, um mit Radioredakteuren und Journalisten über meine Musik zu sprechen. Old school quasi.

Das Tolle daran ist, das man sein Anliegen nicht auf 140 Zeichen zusammenfassen muss, sondern die Geschichte hinter dem Song, hinter der Musik erzählen kann und das ist cool.
 
 

Ich möchte an dieser Stelle einen Dank an alle Journalisten und Redakteure aussprechen. Danke für die tollen Gespräche und euren Support. Musik kratzt immer.

Die Nackerpatzerl Session

Im Studio von Alex Pohn hat sich mein Freund Edo ein kleines, feines Musikdomizil geschaffen. Das Studio verfügt nicht nur über eine ausgezeichnete Akustik, sondern auch - und das ist bei Studios essentiell - über unglaublich gute Vibes.

Die Idee, ein paar Songs live und und roh zu recorden lag in der Luft. Man dachte nicht viel nach, positionierte die Mikros, stimmte die Gitarre und drückte den Aufnahmeknopf.

Ohne großen Schnick Schnack wurden so drei gänzlich verschiedene Songs aufgenommen. Und nicht nur das: Es wurden Momente eingefangen. Man hört den Sessel knirschen, wie sich die Finger auf den Saiten hin und her bewegen, man hört sogar die Pausen.

Wir sind unglaublich stolz auf dieses kleine Stück Musik, weil es authentisch und ehrlich ist und wir so viel Spaß und Freude an der Sache hatten. So muss Musik.

Im Englischen werden solche Akustik Sessions auch „Stripped down Sessions“ bezeichnet, was sich auf das reduzierte Songarrangement bezieht. Weil wir meine Songs auch in dieser rohen einfachen Weise aufgenommen habe, gab es nur einen Namen, der dem entspricht: Die Nackerpatzerl Session.

Ein Dank geht natürlich raus an meinem Buddy Edo, der das Ding aufgenommen, gemischt und auch das Video gedreht hat. Grazie mile.

1. Maierdorf | ab 0:22 | M/T: Stefan Gmoser
2. Englishman in New York | ab 03:03 M: Sting (C) A&M Records / T: Schifkowitz/Jandrits (C) Universal Music GmbH
3. Liad fias Leben | ab 07:13 | M/T: Stefan Gmoser

Start in die Live Saison

Der Gig in der Scherbe am 27. Juni 2016 war etwas Besonderes für mich, weil er einen wichtigen Übergang markiert hat.

Zum einen verbinde ich mit der Location viele tolle Erinnerungen: Hier habe ich - noch unter meinem alten Künstlernamen „Max Henck“ - mein allererstes Solokonzert gegeben. Dieses Konzert, welches eigentlich als kleines Dankeschön für meine Freunde gedacht war, war der Startschuss für ein dreijähriges musikalisches Projekt. Mein Debütalbum „Willkommen in meiner Seele“, die Akustik Ep „Lotus“ und viele tolle Live Gigs waren nur einige der vielen Höhepunkte in einer spannenden und lehrreichen Zeit als Singer-Songwriter.

Zum anderen stellt der Aufritt auch einen Neuanfang dar. Mit dem neuen Namen„Schwarzer Peter“ geht es musikalisch in Richtung Austropop, beziehungsweise versuche ich diesen auf meine persönliche Art und Weise zu interpretieren. Astropop 2.0 quasi. Im Dialekt zu singen bedeutet für mich, dass der Text mehr Gewicht bekommt. In diesem Zusammenhang, orientiere ich mich an den „alten“ Liedermachern, welche in ihren Liedern immer eine Geschichte erzählten.

Auch wenn ich jetzt mit „Schwarzer Peter“ einen musikalischen Hacken schlage - meine treuen Wegbegleiter sind das von mir gewohnt -  kehre ich immer wieder gerne zu meinen alten Bühnen zurück, auf denen alles mit einer verrückten Idee und ein paar handvoll Freunden in einem Keller angefangen hat. Wie vor vielen Jahren, im Scherbenkeller in Graz.

 

Summa Video Challenge

Der Sommer ist schon voll im Gang. Jede Menge Erlebnisse und coole Momente möchten geteilt werden.

Wir möchten mit euren besten Sommer-Momenten ein Video zu meiner Sommersingle Summa drehen. Egal ob es ein lustiger Urlaubsclip oder von deiner Grillparty ist: Lass deiner Kreativität freien Lauf.

Alles was du dafür machen musst, ist einen coolen Sommermoment auf Video aufnehmen und auf Facebook mit dem Hashtag #schwarzerpeter hochladen.

Wenn du keinen Facebook Account hast, kannst du deine Impressionen auch auf info@schwarzerpeter.org; Kennwort: Summa Video Challange mit mir teilen.

Alle Uploads werden mit einem GRATIS Download der Single von mir belohnt. Für den besten Clip komme ich zu deiner Grill Party und gib ein Gratis Konzert.

Oh, oh, oh im Summa.

Videoshooting Tanz

Mit Chic, Charme und Melone

Welcher Künstler will nicht einmal in seinem Leben ein richtig hippes Musikvideo machen? Einmal wie Bruno Mars ein Klavier durch die Strassen ziehen oder wie Justin Timberlake durchs Spiegelkabinett tanzen? Oh jaaaa, das will ich auch.

Für meinen Song Tanz! wollte ich ein Musikvideo im Stil der früheren Musikvideos drehen. Damit meine ich jene, in denen nicht nur musiziert und getanzt, sondern immer auch eine Geschichte erzählt wurde. Wer kennt sie nicht, die bahnbrechenden Musikvideos von Michael Jackson, Prince und Co, welche in den 80ern die Kunstform Musikvideo in neue Höhen trieben?

Ok, Schuster bleib bei den Leisten. Trotzdem „schreit“ die Musik des Songs quasi nach coolen Moves, schnellen Cuts und: Der Song selbst erzählt eine - wenn auch schon bekannte - Geschichte: Ein Nerd sitzt in einer Bar. Dann kommt das Mädchen, nachdem sich alle umdrehen. Sie schaut nicht nur gut aus, sie kann auch gut tanzen. Zur Verwunderung aller, geht sie zum Nerd und fordert ihn zum Tanzen auf. Sie sagt zu ihm: Tanz, tanz mit mir. Er gibt sein Bestes ...

So weit so gut, dachte ich mir. Lass uns doch die Geschichte auch in Bildern erzählen. Die Nerd Rolle traute ich mir sogar selbst zu, denn: Nichttanzen, das kann sogar ich ;) Nach dreimonatiger Vorbereitung, in denen so wichtige Entscheidungen gefällt wurden, wie zum Beispiel, wer die Brötchen für das Buffet macht, war es endlich soweit: Shooting Day!

Gleich vorne weg: Wir hatten unglaublich viel Spaß. Und das war mir auch wichtig. Weil meine finanziellen Mitteln beschränkt waren, war mir eines wichtig: Ich wollte, dass jeder und jede eine tolle Zeit beim Dreh hatte.

Wo wir schon bei Mitteln sind: Ohne die unglaublichen vielen Helferleins ist so ein Projekt nicht durchführbar. Ok, wenn man Rihanna oder Kayne West heißt, geht es sicher einfacher. Jedenfalls: Die Hilfe von meiner Crew war Outstanding.

Ein Beispiel? Das Team vom Laufke (Suuuuuper Bar in Graz!): Sie haben mir und meinem Team einen ganzen Tag lang dasRestaurant und die Bar zur Verfügung gestellt. Oder die Tanzteams von Conny & Dado, die sich einen ganzen Tag lang Zeit genommen haben um vor der Kamera abzushaken und auf Knopfdruck "Party machten“ (Ja, das ist schwieriger als es sich liest).

Mein Favorite: Als es darum ging Statisten aufzutreiben, stand das Projekt wie schon viele Male zuvor, auf der Kippe. Es galt mindestens 20 Menschen aufzutreiben, welche an einem normalen Montagnachmittag, sich in ein stylishes Outfit warfen und den ganzen Tag so tun, als würden sie in einer Bar sitzen. Wie treibt man Statisten auf, ohne auf professionielle Schauspieler zurückzugreifen? Eine Bekannte von mir hatte die Schnapsidee: Sie kommt mit ihren Studienkollegen_innen, welche die Woche davor eine schwere Prüfung hatten. Sie nahmen das Shooting zum Anlass ihre eigene Party zu machen. Manche feierten den Einser, andere das Leben. Herrlich.  

Solche Anekdoten könnte ich hier noch zu genüge erzählen. Mach ich aber nicht. Ich möchte einfach nur Danke sagen. Danke für diesen unbeschreiblich coolen Tag. Jede und Jeder hat ihn zu einem Besonderen gemacht. Wir pfeifen auf die Videos von Beyonce und Madonna. Wir machen unser Eigenes! Oder anders ausgedrückt: Let´s face the Music and dance!

Dank geht an: Gunther Rothbart (Regisseur): Dein Kamerauge, deine Bilder, dein Einsatz: Awesame Adi Lozancic (Choreographie/Art Direction): Du hast den Style gepachtet; Joana Hörmann (Actress/Tänzerinnen): Ein Profi, mit dem man soviel lachen kann, Danke dafür.  Den Tänzerinnen und Tänzer von Beat'n'Soul und D.Frenzz: You look awsemane at the dancefloor. Das Team vom Laufke (Location): Danke für die eure unglaubliche Geduld; Stephanie Machater (Look, Outfit): You bring the Chic-Faktor in se Outfits. Erika Lerch (Maske): Die Perle auf der Stirn… gegen dich hat sie keine Chance, denn: Abtupfennicht Wischen; Bartol Josipovic (Licht): Bringt mit einem Leathermen Licht ins dunkel; Viktoria Puchmann: Head of the Statisten (U.a. Lukas Tax, Jakob Wieser, Lukas Oberhollenzer, Tobias Kofler, Sophia Kofler, Annina Zach, Vera Votzi, Ali Sendlhofer, Thomas Walcher, Matias Boxler, Sander Helmer, Toni Kaiser, Daniel Gmainer, Florian Sporer, Martin Gaggl - Thx for the support); Tobias Gmoser: Der Junge für Alles; Lukas Seirer: Der Mann mit der Riesenkamera; Und alle, die ich hier vergessen habe: Mile grazie.